Sonntag, 18. Juli 2010

Tag 5: Von Sta. Catarina di Valfurva nach Dimaro

Am Morgen geht es nach mäßigem Frühstück gleich hinein in den Ansteig zum Gavia. Der 13 km lange Anstieg bis zur Passhöhe beginnt kurz nach der Abfahrt vom Hotel unter der Bergbahn durch gleich steil ansteigend. Der schlechte Automaten-O-Saft des Hotels meldet sich gleich nochmals mit einem freudigen Grüß Gott!


Der Gaviapass liegt im italienischen Nationalpark Stilfserjoch und verbindet Bormio (1217 m) im Norden mit Ponte di Legno (1258 m) im Süden.

Ab St. Catarina führt zunächste eine sehr schmale Straße in Serpentinen steil nach oben. Nach Verlassen des Waldes treffen wir auf eine felsübersäte Graslandschaft, über der gewaltig der P.S. Matteo (3678 m) im Osten thront, während wir selbst genau in Südrichtung dem Torrente Gavia in Richtung Pass folgen. Einige Kilometer vor dem Pass werden wir für die frühen Strapazen belohnt, denn der letzte Streckenaschnitt bis zum Pass wird deutlich flacher. 11 km nach St Catarina erreichen wir die Refugio Berni (2545 m) zur Rechten und 2 km später letztendlich den Pass. Lutz ist an diesem Morgen vorne weg gezogen und erreicht den Paß mit kurzem Abstand als erster. Dietmar nimmt Kupfi in Schlepptau, dem der vorletzte Limoncelli vom Vorabend an diesem Morgen noch zu schaffen macht.



Wir machen Rast und wechseln die nassen Kleidungsstücke, d.h. Unterwäsche und Trikots. Es sind viele Radfahrer an diesem Morgen hier oben. Die meisten mit dem Rennrad aus der anderen Richtung. Der Pass ist auch eine beliebte Motorradstrecke.



Die Abfahrt vom Gavia ist spektakulär. Carl ist wieder nicht zu bremsen und trifft 10 Minuten vor den anderen am nächsten Treffpunkt, am Abzweig in Richtung Pezzo, ein.



Wir fahren nicht ganz ab nach Ponte di Legno, sondern wählen den Weg links weg in Richtung Pezzo, einem ursprünglichen Örtchen im Valle di Viso. Wir erreichen auf der Straße die Ortschaft Pezzo und folgen dann bergauf einer Militärstraße, die letztendlich bis zur Bozzi-Hütte.



In der Rifugio di Bozzi machen wir Rast und füllen unsere Kohlehydratspeicher mit Pasta satt. Weiter geht es schiebend hinauf zur Forcellina di Montozzo (2.613m). Hier geniessen wir den grandiosen Ausblick. Hier oben befinden sich noch viele Funde aus dem Ersten Weltkrieg, wie beispielsweise Schützengräben und Schutzhütten und Stacheldraht. Der Schützengraben ist für uns willkommener Ort zum Wechsel der nassen Kleidung bzw. zum Überziehen der warmen Sachen für die Abfahrt. Es geht heute ein kräftiger Wind hier oben, der unsere verschwitzten Körper schnell auskühlt.

Die Abfahrt in Richtung Lago di Pian Palù ist sehr anspruchsvoll und ein absolutes Highlight der Woche. Sie fordert unser ganzes technisches Können. Wir warten an der Brücke über einen Bach oberhalb des Sees als die Thömus Truppe anrückt. Wahnsinn, wie die das Gelände beherrschen!



Micha fährt sich einen Platten, der schnell behoben ist. Es bleibt heute der einzige Defekt.

Weiter geht es in Richtung Lago di Pian Palù, als Carl bei der Abfahrt eine Rolle vorwärts macht und leicht benommen ein paar Minuten Pause benötigt. Der Schädel brummt.

Das Blau des Sees ist ungeheuer intensiv. Wir halten mehrfach, um den Anblick zu genießen. Vom See an geht es den Rest der Etappe auf Straßen und asphaltierten Wege über Péjo, Ossana, Pellizano nach Dimaro, unserem Etappenziel. Wir sind im Val di Sole angekommen.

Nach rasanter Abfahrt auf den letzten Kilometern durch das Val die Sole hinter dem Thömus-Trupp her, treffen wir im Hotel Serena ein, unserer Unterkuft für die Nacht.

Nachdem die Wäsche abgeben ist, stürzen wir uns zusammen mit einer Ausflugsgruppe, die auf Kaffeefahrt zu sein scheint, auf das Buffet. Die Tochter des Hauses versorgt uns mit Getränken, während Kupfi über deren weitere Qualitäten spekuliert.

Ein Gute-Nacht-Bierchen an der Bar, dann fallen wir in die Betten, der Tag mit dem Gavia und der Forcellina die Montozzo waren anstrengend.

Der Streckenverlauf der 5. Etappe:

St. Catarina di Valfurva-Gaviapass-Pezzo-Rifugio di Bozzi-Forcellina di Montozzo-Lago die Pian Palú-Péjo-Ossana-Pellizano-Dimaro

Die technischen Daten der 5. Etappe:

• Fahrstrecke: 76,20 km
• Fahrstrecke kumuliert: 342,64 km
• Fahrzeit: 6:05:15 h
• Durchschnitt: 12,51 km/h
• Vmax: 64,9 km/h
• Höhenmeter:
• Höhenmeter kumliert:

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