Die Etappe starten wir heute wieder mit frisch gewaschenen Klamotten vom Kleiderständer. In Dimaro besorgen wir im Supermark noch das eine andere zur Verpflegung und starten dann in Richtung Madonna di Campiglio.
Heute kommt es zur ersten nennenswerten Unstimmigkeit in der Gruppe..... Kurz vor Madonna trennen wir uns deshalb in zwei Gruppen und durch- bzw. umfahren den Ort getrennt in Richtung Brenta Nationalpark.
Ein wegen der für diesen Tag als relativ langweilig ("Transferetappe") einzustufenden Strecke knurrender Carl spricht sich für Alternative über den Bärenpass aus. Dieser Streckenführung folgen auch die Thömus-Jungs. Wir einigen uns auf diese Variante, auch wenn sie nicht im GPS von Micha und Carsten abrufbar ist. Am Ende bleibt ein anstrengendes, aber grandioses Erlebnis.
Lutz findet kurz vor Madonna ein Handy, das er aber nur schwer wieder los wird. Der italienische Teenie traut sich nicht, es direkt bei uns abzuholen.
Am Eingang des Nationalparks Adamello Brenta treffen wir uns in der Rifugio di Vallesinella (1.513m) am Fuße des Brenta Nationalparks wieder und nach dem gemeinsamen Mittagessen passt´s dann wieder in der Truppe.
Die Aussicht auf die gesamte Brenta ist grandios, Wahnsinnswasserfälle wie z.B. die Cascate di Mezzo und die Gipfel der Brentagruppe direkt über uns. Die Cima Brenta ist 3.151m hoch.
Wir nehmen die Auffahrt duch das Val d´Agola hinuf zum Lago di Val d´Agola. Dieser See liegt dem Bärenpass oder "Passo Bregn de l´ors" (1.840m) zu Fuße. Bis hierher kommen noch Wanderer zu Fuß hinauf und machen rast. Weiter gehen nur wenige. Wir schieben die Bikes nach oben. Jetzt wird diese Tagesetappe doch noch kernig! Wir geniessen oben die Aussicht auf die Presanella Gruppe (3.558m) mit dem anscheinend größten zusammenhängenden Gletscher der Alpen.
Eine Wahnsinnsabfahrt vom Bärenpass ins Tal bringt Leben in die müden Körper zurück. Wir liefern uns ein Rennen mit einem wilden Italiener im Auto, der uns auf keinen Fall überholen lassen will. Ich bekomme ihn dann doch! An einer Engstelle links vorbei. Dann jagt er uns.
Unten angekommen steht uns ein längeres Stück Straße in Richtung über Stenico, Ragoli, Tione di Trento, Bondo und Pieve di Bono nach Cimego bevor. Wir fahren auf der 237, die in Richtung Brescia führt. Hier erschwert uns ein Regenguss auf dem letzten Teilabschnitt in Richtung Cimego den letzten Tagesabschnitt. Die Etappe war nur doch eine anspruchsvolle geworden und die Beine werden schwerer. Dietmar und Carl fahren gerade vor dem Hotel Aurora vor, als aus einem Taxi justamente hektisch die Bikes und Rucksäcke zweier müder Radtouristen ausgeladen werden. Die beiden drehen sich verstohlen nach alles Seiten um, wollen offensichtlich nicht in flagranti delicti erwischt werden. Kupfi und Lutz haben sich für die letzten 10 Kilometer durch den warmen Juliregen Italiens ein Taxi genommen!
Wir nehmen gleich im Pool ein Bad und erholen uns vom ersten Schrecken, der uns beim Anblick unserer Zimmer widerfahren ist. Pritschen, die ihresgleichen suchen. Wir müssen mit der Dusche eines Zimmers vorlieb nehmen, die Abläufe der anderen sind verstopft......Eine Nacht in Klappmesserhaltung steht uns bevor, eine perfekte Fernfahrerabsteige an der Hauptstrasse haben wir uns da ausgesucht. Die Beschreibung des Hauses passt wie die Faust aufs Auge:
Das gemütliche und renommierte Hotel Aurora, ist mit seinem Komfort und Service ein ausgesprochenes Dreisterne-Hotel. Die behaglichen Zimmer sind alle mit Bad und Telefon ausgestattet. Ferner stehen den Gästen ein Lift, ein großer Garten, ein Kaminzimmer, ein gemütlicher Aufenthaltsraum sowie ein geheizter Swimmingpool zur Verfügung.
Theoretisch .....
Der Hotelier stellt sich als Unikum heraus, nennt sich selbst "piccolo Chefe", da seine Frau die Hosen an hat. Waschen ist heute nicht, die Hoteliersfrau hat etwas Besseres vor. So trocknen wir die regennassen Klamotten dann am offenen Fenster. Die Ausdünstungen erleichtern uns obendrein das Einschlafen.
Das Abendessen im 200-Mann Saal ist wider Erwarten wirklich ansprechend! Die Polenta ist ein Gedicht. Das Restaurant ist im italienischen Slow-food-Guide gelistet. Zum Abschluss noch ein paar Runden Limoncelli, denn wir wissen, morgen steht der letzte Tag bevor.
Die Streckenführung der 6. Etappe:
Dimaro-Madonna di Campglio-Val d´Agola-Bärenpass-Stenico-Ragoli-Tione di Trento-Cimego.
Die technischen Daten der 6. Etappe:
• Fahrstrecke: 79,56 km
• Fahrstrecke kumuliert: 422,20 km
• Fahrzeit: 6:06:06 h
• Durchschnitt: 13,02 km/h
• Vmax: 59,9 km/h
• Höhenmeter:
• Höhenmeter kumliert:
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